Aus Sicht der Linksfraktion im Abgeordnetenhaus von Berlin ist die aktuelle gesetzliche Regelung zum Gewaltschutz sowie die Mitgestaltungsrechte von Bewohnenden in besonderen Wohnformen nicht ausreichend und bedarf einer weitreichenderen Befassung. Der von der schwarz-roten Koalition vorgelegten Referentenentwurf zur Novellierung des Wohnteilhabegesetzes ignoriert mögliche Partizipationsformen beim Gewaltschutz gänzlich und verpasst die Möglichkeit, Frauenbeauftragte auch in Wohneinrichtungen einzusetzen sowie selbst mehr Aufsicht gegenüber den Leistungserbringern einzufordern.

Teilhabe und Mitbestimmung sind Menschenrechte. Gerade Frauen mit Behinderungen haben es sehr schwer, sie sind häufiger sexuellen Belästigungen und Gewalt im Wohnalltag ausgesetzt. Dies belegen deutsche und internationale Studien. Sie leben fremdbestimmter, können Zimmertüren in Wohneinrichtungen nicht einfach abschließen, teilen sich Gemeinschaftsräume und können grenzverletzende Mitwohnende und Mitarbeitenden weder austauschen noch kündigen. Genau aus diesem Grund muss man ihre Rechte stärken, ihnen Empowerment ermöglichen, sie einbeziehen und ihnen eine Vertretung zusagen.

Wir möchten mit Vertreter:innen der Behindertenhilfe sowie Selbstorganisierten über die bevorstehende Novellierung des Wohnteilhabegesetzes reden. Wir hoffen, durch eine breite Debatte, die Regierung dazu zu bewegen, den Referent:innenentwurf weiter zu überarbeiten und um den Gewaltschutz und mehr Beteiligung zu ergänzen. 

 

Im Gespräch mit

 

  • Wencke Pohle (Referentin für Sozialpolitik, Lebenshilfe Berlin e.V.)
  • Dr. Britta Schlegel (Leiterin Monitoring-Stelle UN-Behindertenrechtskonvention, Deutsches Institut für Menschenrechte)
  • Daniel Bawey (Geschäftsführer GETEQ, GETEQ Gesellschaft für teilhabeorientiertes Qualitätsmanagement mbH)
  • Anika Huskamp (Frauen-Beauftragte der Bewohnerinnen der Lebenshilfe Bremen)
  • Elke Breitenbach (Sprecherin für Pflege und Bürger:innenschaftliches Engagement der Linksfraktion)

 

Das Fachgespräch findet im Abgeordnetenhaus von Berlin, Raum 113, Niederkirchnerstraße 5, 10111 Berlin statt.

 

Eine Teilnahme ist vor Ort und digital möglich. Wegen begrenzter Platzkapazitäten im Berliner Abgeordnetenhaus bitten wir um vorherige Anmeldung, ob Teilnahme vor Ort oder digital angestrebt wird, unter:

 

breitenstein@linksfraktion.berlin

 

Bitte bedenken Sie, dass für eine Teilnahme vor Ort beim Betreten des Abgeordnetenhauses eine Einlasskontrolle notwendig ist. Bitte führen Sie hierzu ein persönliches Ausweisdokument mit.