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Tierversuchsstatistik 2017

Letzte Woche wurde vom Landesamt für Gesundheit und Soziales (LAGeSo) die Tierversuchsstatistik 2017 veröffentlicht. 222.424 Tiere wurden 2017 in Tierversuchen verwendet und damit immer noch viel zu viele. Aber im Vergleich zu 2016 (252.246 Tiere) sind es ca. 12% weniger Tiere und im Vergleich zu 2012 mit 436.163 Tiere sind es sogar fast 50% weniger. Besonders erfreulich ist dabei der Rückgang (-20,8%) unter der Verwendung „regulatorischer Zweck“, das sind gesetzlich vorgeschriebene Tierversuche. Nach Rücksprache mit Experten ist dieser Rückgang bereits mit Alternativmethoden zu erklären. Viele Produkte fallen im Vorfeld bei zuverlässigen und aussagekräftigen Ersatzmethoden bereits durch die Prüfung und müssen im Anschluss nicht mehr an Tieren getestet werden. Die Produkte, die positiv durch die Kontrollen kommen, müssen dann leider aufgrund bundesgesetzlicher Vorgaben an Tieren getestet werden. Viele Forscher sind bereits heute davon überzeugt, dass zuverlässige Ersatzmethoden bezüglich bestimmter Wirkstoffe aussagekräftiger für den Menschen sind als Tierversuche.

Die Rückgänge bei Tierarten, die in kleinerer Anzahl verwendet wurden sind in der Regel mit auslaufenden Forschungsarbeiten zu erklären. Das konnte bei Hühnern (-74,2%), bei Hunden (-72,8%) und insbesondere bei Krallenfröschen (-96,45)  beobachtet werden. Im Umkehrschluss sind steigende Tierzahlen bei einer Art oftmals mit einer beginnenden Studie verbunden. So ist der enorme Anstieg bei Pferden von 12 Tieren in 2016 auf 468 in 2017 mit einer beginnenden Studie zur Feststellung von Wurminfektionen als auch auf Untersuchungen zur Häufigkeit von bestimmten Krankheiten bei privat gehaltenen Pferden zurückzuführen. Erwähnenswert ist sicherlich auch der prozentuale Anteil an Tierversuchen mit dem Schweregrad „schwer“. Der liegt zwar mit 2,6% niedrig, ist aber dennoch ein Beleg für großes Tierleid.

Verwirrend ist die Einteilung, das die zu wissenschaftlichen Zwecken getöteten Tiere zwar erfasst werden, aber laut Tierschutzgesetz (TierSchG) §7 Absatz 2, letzter Satz nicht als Tierversuch gelten: “Nicht als Tierversuch gilt das Töten eines Tieres, soweit dies ausschließlich erfolgt, um dessen Organe oder Gewebe zu wissenschaftlichen Zwecken zu verwenden.“ Zumindest werden die Zahlen in Berlin dennoch erfasst und auch veröffentlicht.

Neben den zu wissenschaftlichen Zwecken getöteten Tieren sowie den Tierversuchen zu regulatorischen Zwecken gibt es noch die Unterteilung in „Aus-, Fort- und Weiterbildung“ und „alle anderen Tierversuche“. Insbesondere beim Letzteren wäre eine weitere Aufteilung, wie zum Beispiel die Darstellung, welche Tierversuche im Rahmen der sog. „Grundlagenforschung“ durchgeführt werden, wünschenswert. Tierversuche in der Grundlagenforschung werden von vielen kritisch gesehen, daher wären die genauen Zahlen hilfreich für die weitere Beurteilung über die Sinnhaftigkeit von Tierversuchen.

Der Koalitionsvertrag von Rot-rot-grün in Berlin sieht vor, dass Berlin zur Hauptstadt der Alternativmethoden wird und dass die Zahl, der Tierversuche auf ein unumgängliches Maß reduziert wird. Dahin ist es noch ein weiter Weg, aber die Tierversuchsstatistik 2017 gibt zumindest Hoffnung, dass sich Berlin auf dem richtigen Weg befindet.

Die Statistik und weiterführende Informationen finden Sie hier.

 

Petition mit über 100.000 Unterschriften übergeben

Heute übergab Julia Maier dem zuständigen Senator für Tierschutz, Dirk Behrendt, über 100.000 Unterschriften für ein Pferdekutschenverbot  in Berlin. Wir freuen uns über das deutliche Signal der Bürgerinnen und Bürger, die dieses Tierleid beenden wollen. Auch auf meine  Initiative hin wurde im Koalitionsvertrag ein Verbot von Pferdekutschen in der Innenstadt vereinbart.

Auch der Senator sprach sich deutlich für ein Verbot für Pferdekutschen aus. Außerdem sollen die Leitlinien für den Umgang mit Kutschpferden verschärft werden. Jetzt geht es darum, das Verbot juristisch wasserdicht umzusetzen. Behrendt präsentierte ein Straßenverkehrsschild aus der StVo, dass es bereits gibt.

Auch die natur- und tierfreundliche Alternative wurde schon präsentiert: eine Elektrokutsche!

Zusammen mit dem Senator, der Staatssekretärin Margot Gottstein und der Initiatorin Julia Maier konnte ich eine Probefahrt unternehmen.