Unsere Reise nach Liviv
Am 24. Mai reisten Artyom Stassyuk (Die Linke, ULI – Ukrainische Linke Initiative), Yuliia Karpenko (ULI) und ich nach Lviv in der Westukraine und übergaben einen 2.000-Euro-Spendenscheck der Kampagne „Power for the People“ an Solidarity Collectives, um Generatoren für Menschen in Frontnähe zu kaufen.
Lviv ist für viele Binnenvertriebene ein sichereres Zuhause, leidet aber wie der Rest des Landes unter Blackouts, kriegsbedingter Zerstörung von ziviler Infrastruktur und Kulturdenkmälern sowie mangelnder Barrierefreiheit.
Das Amt für Ökologie und natürliche Ressourcen will Stromquellen unabhängiger und erneuerbarer gestalten, u.a. durch Solarenergie: eine Antwort auf Russlands gezielte Attacken auf die Energieinfrastruktur.
Barrierefreiheit ist zentral: Das Rehabilitationszentrum „Unbroken“ beherbergt im Krieg verletzte Menschen; Neubauten werden barrierefrei geplant. Zivile Aktivist_innen werden aktiv in lokale Entscheidungsprozesse eingebunden.
Es gab auch mehrere Treffen mit Umweltaktivist:innen. Ecoterra Lviv setzt sich für organische Landwirtschaft, weniger Pestizideinsatz und Schutz des Wassers ein; ein Austauschprojekt mit Bauern aus Brandenburg wurde leider kriegsbedingt unterbrochen. Zero Waste Lviv leitet die Initiative «Zero Waste Cities», kompostiert organische Abfälle und fördert wiederverwendbare Hygieneprodukte. Sie erklären, dass viele Länder abgelaufene Medikamente als “Spenden” in die Ukraine schicken statt sie zu entsorgen.
„Sozialny Rukh“ setzt sich für Arbeitnehmerrechte ein; „Bud’ Yak My“ arbeitet an besseren Arbeitsbedingungen für medizinisches Personal. Gewerkschaftlicher Aktivismus zeigt trotz kriegsbedingter Hürden Erfolge, wie z.B. verbesserte Arbeitsbedingungen einer Gewerkschaft von Kranführer:innen zeigen.
Mieterrechte sind laut der Vertreterin der Mietervereinigung so gut wie nicht vorhanden in der Ukraine, obwohl auch hier hohe Mieten ein großes Problem sind.
Der Besuch zeigt eindrucksvolle Beispiele aktiver Bürger_innenbeteiligung und Zusammenarbeit zwischen lokalen Behörden und der Zivilgesellschaft.
Wir werden die Ukraine weiter unterstützen! Russlands kriegerischer Nationalismus und Imperialismus darf sich nicht durchsetzen!






