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Der neue Dekarbonisierungsfahrplan der BEW

Das landeseigene Fernwärmeunternehmen BEW hat einen neuen Plan zur Dekarbonisierung der Berliner Fernwärme vorgelegt. Insgesamt liegt somit ein nachvollziehbarer und gut aufbereiteter Fahrplan für die Dekarbonisierung der Berliner Fernwärme vor.

Bis 2030 sollen, wie gesetzlich vorgesehen, 40 % der Wärme aus erneuerbaren Energiequellen stammen. Dies gelingt durch den Einsatz von Biomasse, Abfallverbrennung, Wärmepumpen und Power-to-Heat-Anlagen. Der Rest der Wärme wird über Erdgas bereitgestellt. Die Kohleverbrennung wird bis 2030 eingestellt. Bis 2035 sind es dann bereits 50 %, die aus erneuerbaren Energien produziert werden. Als Technologie kommt vor allem die Geothermie hinzu, weitere Steigerungen ergeben sich insbesondere durch einen höheren Anteil an Abfallverbrennung. Ab 2035 ist die Dekarbonisierung der Fernwärme von größerer Unsicherheit geprägt. Bis 2045 zeigt die BEW drei Szenarien auf: Das Szenario „Lokale Wärme und Strom“ ist geprägt durch die Nutzung vieler lokaler Wärmequellen und durch eine hohe Elektrifizierung der Wärme, der Wasserstoffeinsatz hingegen ist vergleichsweise gering. Das Szenario „Wasserstoff“ setzt stark auf die Nutzung von Wasserstoff, der Einsatz von Strom zur Wärmeerzeugung ist reduziert. Das Szenario „Mittelweg“ stellt einen mittleren Pfad dar, der sowohl hinsichtlich der Nutzung lokaler Potenziale als auch in Bezug auf den Grad der Elektrifizierung bzw. Wasserstoffnutzung zwischen den beiden anderen Szenarien liegt. In allen drei Szenarien kommt die Biomassenutzung auf einen Anteil von 15%.

Aus unserer Sicht sollte sich die BEW am Szenario „Lokale Wärme und Strom“ orientieren. Das Szenario „Wasserstoff“ ist abzulehnen, da ein starker Einsatz von Wasserstoff für die Wärmeversorgung neue Importabhängigkeiten schafft, die Versorgungssicherheit und Bezahlbarkeit gefährden können. Wasserstoff sollte daher allenfalls dort eingesetzt werden, wo keine sinnvollen Alternativen zur Verfügung stehen. Insbesondere die Nutzung von blauem Wasserstoff (aus Erdgas) lehnen wir ab. Darüber hinaus lehnen wir einen Biomasseanteil von 15 %, wie er in allen drei Szenarien vorgesehen ist, ab. Aufgrund der begrenzten Verfügbarkeit, der Umweltauswirkungen sowie der Notwendigkeit, den Rohstoff Holz verstärkt für andere Sektoren bereitzustellen, sollte Biomasse nur in einem begrenzten Umfang für die Wärmeversorgung eingesetzt werden.

Positiv hervorzuheben ist, dass die BEW ihren Fahrplan gegenüber früheren Planungen an zentralen Punkten angepasst hat. Insbesondere begrüßen wir, dass auf eine Biomasseverbrennung am Standort Klingenberg verzichtet wird und der mittelfristig vorgesehene Einsatz von Wasserstoff deutlich reduziert wurde. 

Unser Ziel ist es, dass alle verfügbaren Potenziale lokaler Wärmequellen genutzt werden. Betriebswirtschaftliche Gründe dürfen nicht dazu führen, dass vorhandene Potenziale ungenutzt bleiben. Vielmehr muss geprüft werden, wie regulatorische und finanzielle Instrumente ausgestaltet werden können, um möglichst alle erneuerbaren Wärmequellen für die Berliner Fernwärme zu erschließen. Im Zuge der Bemühungen um Abfallreduzierung und -recycling muss es perspektivisch auch zu einer Reduzierung der Abfallverbrennung  kommen.

Hierfür muss das Land Berlin die notwendigen Rahmenbedingungen schaffen. Dazu gehören insbesondere der Ausbau der Stromnetzkapazitäten sowie des Übertragungsnetzes, damit eine weitgehende Elektrifizierung der Wärmeerzeugung überhaupt möglich wird. Gleichzeitig muss der Ausbau der Geothermie deutlich beschleunigt werden, unter anderem durch zusätzliche Probebohrungen durch das Land Berlin.

Ebenso wichtig ist der weitere Ausbau der Fernwärme selbst. Neben der Erschließung neuer Versorgungsgebiete muss das bestehende Netz weiter verdichtet werden, damit neue Gebäude angeschlossen werden können.

Für uns als Linke ist entscheidend, dass die Dekarbonisierung der Fernwärme nicht nur klimaneutral, sondern auch sozial gestaltet wird. Langfristig müssen die Fernwärmepreise für die Berliner*innen bezahlbar bleiben. Die Transformation der Wärmeversorgung darf nicht zu steigenden Belastungen für die Haushalte führen. Dafür braucht es umfassende Transparenzvorschriften zur Preisgestaltung, Preiskontrollen und einen Preisdeckel.

Schließlich sollte die Transformation der Berliner Fernwärme von einer breiten gesellschaftlichen Beteiligung begleitet werden. Es braucht kontinuierliche Beteiligungsstrukturen, die der Stadtgesellschaft die Möglichkeit geben, den Transformationsprozess aktiv mitzugestalten.

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